Optimale Ernährung für eine gesunde Haut

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Bei dieser Diät geht es in erster Linie nicht ums Abnehmen.

Felix Dahlmanns litt selbst jahrelang an einer starken Schuppenflechte. Cremes, Cortisonsalben und andere Pflegeprodukte brachten nur kurzzeitige Verbesserung, aber waren nie die Lösung oder das Wundermittel zur Bekämpfung der Hautkrankheit.

Durch Zufall wurde er durch seine Oma auf eine alternative, ernährungsbasierte Methode aufmerksam, las sich unheimlich viel Wissen an, studierte Medizin, entwickelte und schrieb seine Strategie als Buch “Die Hautdiät” nieder, die ihm und mittlerweile vielen anderen zu einer gesunden, schönen Haut verhalf.

Im Interview mit der FIT FOR FUN verrät der Autor und Medizinstudent, welche Ursachen meistens zu einer “schlechten Haut” führen, welche Lebensmittel und Ernährungsstrategien die Haut gesünder machen und welche Nahrungsmittel tabu sind.

FIT FOR FUN:  Warum macht es auf lange Sicht keinen Sinn bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte, Neurodermitis oder Akne Pflegeprodukte wie Salben und Cremes zu verwenden?

Dahlmanns: Es macht daher keinen Sinn, weil diese Produkte häufig eine reine Symptombehandlung betreiben, nicht aber eine Ursachenbehandlung.

Und so bessert sich gerne zeitnah ein Hautproblem, zum Beispiel verschwindet eine rote, entzündete Hautstelle unter Anwendung einer entzündungshemmenden Cortisonsalbe recht schnell. Setzt man dann jedoch das Produkt wieder ab, so dauert es auch oft nicht lange und die kranke oder schlechte Haut kommt zurück und es beginnt alles von vorne.

Das liegt eben daran, weil die Wurzel des Problems nie bedacht und behandelt wurde. Ziel der Hautdiät ist es daher, die verschiedenen Ursachen für kranke Zellen zu identifizieren und auf natürlichem Wege zu behandeln.

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FIT FOR FUN: Oft werden die genannten Hautkrankheiten mit der „genetischen Vorbestimmung“ begründet. Sie sagen, dass dem nicht zu 100 Prozent so ist. Welche möglichen Ursachen gibt es denn dann für eine „schlechte Haut“?

Dahlmanns: Dass eine genetische Komponente eine Rolle spielt, kann man natürlich nicht leugnen. Nur wäre es zu leicht, die Schuld für schlechte oder kranke Haut alleine seinen “schlechten Genen” in die Schuhe zu schieben.

Das Feld der Epigenetik lehrt uns, dass wir selbst durch die Art, wie wir leben, tagtäglich einen enormen Einfluss auf unsere Genexpression ausüben.

Das Milieu, in welchem unsere Zellen leben, erschaffen wir selbst durch unsere alltägliche Lebens- und Denkweise:

Felix Dahlmanns Zitat, Hautdiät

FIT FOR FUN/erstellt mit Canva

FIT FOR FUN: „Die Krankheit beginnt im Darm“ – dieses Zitat von Hippokrates hat sie bei der Entwicklung der Hautdiät stets begleitet: Wie stehen Darmgesundheit und Hautgesundheit im Zusammenhang?

Dahlmanns: Ein gesunder Darm spielt eine enorme Rolle. Niere, Leber, Lymphsystem und andere Organe spielen diese natürlich auch und alles greift irgendwo ineinander, jedoch nimmt der Darm definitiv eine Sonderstellung ein.

Haben wir einen “Leaky Gut” oder ist unsere Verdauung suboptimal und einer unserer Hauptentgiftungskanäle, der Dickdarm, in schlechter Verfassung, sprich überlastet, gespannt, verstopft, gereizt oder ähnliches, so wird klar, dass eine chronische Verunreinigung des Milieus um unsere Zellen herum im gesamten Körper massiv begünstigt wird.

Und befindet sich unser Körper konstant in einer latenten Reinigungskrise, weil die Entgiftungsorgane chronisch überlastet sind, eliminiert der Körper Abfallprodukte notfalls über die Haut.

Daher wird im Rahmen der Hautdiät bewusst der Fokus darauf gelegt, den Darm (wie auch die anderen Entgiftungsorgane) durch gezielte Ernährungsstrategien, wie beispielsweise flüssige und sehr leicht verdauliche Mahlzeiten, zu entlasten und ihm Zeit und Ruhe zur Regeneration zu bieten.

FIT FOR FUN: Eine gute Entlastung schafft man ihrer Meinung nach als Erstes durch ein optimales “Trinkverhalten”. Wie schaut es aus und warum ist es so bedeutsam für eine gesunde Haut?

Dahlmanns: Indem wir das Richtige trinken, können wir unser Blut mit guten Inhaltsstoffen anreichern und diese, zusammen mit  Wasser, zu unseren Zellen bringen. Gleichzeitig können sich unsere Gewebe besser reinigen, wenn mehr Lösungsmittel vorhanden ist. Giftstoffe können gelöst und abtransportiert werden und Entgiftungsorgane wie die Nieren können leichter arbeiten.

Felix Dahlmanns Zitat, Hautdiät

FIT FOR FUN/erstellt mit Canva

Und fehlt einem Körper bzw. seinen Zellen die Basis, so ist klar, dass dies in gesundheitlichen Problemen resultieren kann.

Den Körperwasseranteil kann man mit einer speziellen Körperwasserwaage messen.

FIT FOR FUN: Haben Sie eine perfekte „Trinkstrategie“?

Dahlmanns: Eine perfekte Trinkstrategie gibt es pauschal natürlich nicht, da jeder unterschiedlich ist und andere Bedürfnisse und Grundvoraussetzungen hat.

Was wohl jedoch für die allermeisten sinnvoll und hilfreich ist, ist dass man möglichst regelmäßig über den Tag verteilt trinkt. Man sollte die Tagesration also nicht morgens auf einmal herunterkippen und dann den restlichen Tag nichts mehr trinken.

Regelmäßige Flüssigkeitszufuhr ist sinnvoll, weil man einen konstant hohen Fluss im Blut aufbauen will. Die Zellen müssen regelmäßig versorgt werden und wir sollten auch regelmäßig über die Nieren bzw. den Urin entgiften.

Ansonsten gilt, dass man den Tag lieber mit viel guter Flüssigkeit (ca. 1 Liter Wasser) auf leeren Magen beginnt, anstatt mit vier Scheiben trockenem Graubrot, Butter und Schinken und nur einer halben Tasse Kaffee.

FIT FOR FUN: Warum empfiehlt die Hautdiät einen höheren Tagesbedarf an Flüssigkeit als die Deutsche Gesellschaft für Ernährung?

Dahlmanns: Die Entwicklung meiner Strategien haben sich überhaupt nicht an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung orientiert, sondern die vermeintlich hohen Trinkmengen sind Resultat von Erfahrung und logischem Denken.

Man muss bedenken, dass ein gewisser Mangel (an Flüssigkeit) bzw. ein erhöhter Bedarf herrscht – und dieser muss einfach ausgeglichen bzw. gewährleistet werden.

Bei Krankheit bestehen nun einmal andere Bedingungen, auf die man auch anders reagieren muss.

Vier bis sechs Liter Flüssigkeit empfehle ich in meiner Hautdiät über den ganzen Tag verteilt – es ist schaffbar.

Felix Dahlmanns Zitat, Hautdiät

FIT FOR FUN/erstellt mit Canva

Trinken ist wie so vieles Übungssache. Und wenn man anfangs mit “nur” zwei oder drei Litern pro Tag startet, ist das auch schon hilfreich –  es muss überhaupt nicht perfekt sein und man kann sich immer langsam herantasten.

Daher: Lieber “zu viel” als zu wenig trinken, denn es ist recht schwer tatsächlich zu viel zu trinken, aber sehr leicht zu wenig zu trinken.

Auch sollte man ausprobieren und testen, was für einen selbst funktioniert und was einem guttut, und sich nicht blind auf “Expertenmeinungen” oder deren Empfehlungen verlassen.

FIT FOR FUN: Sie empfehlen bei Ihrer Hautdiät die große Menge an Flüssigkeit durch verschiedene heilsame Flüssigkeiten zu decken, insbesondere frisches Zitronenwasser und grüne Superfood Shakes. Warum gerade diese beiden Getränke?

Dahlmanns: Frisches Zitronenwasser – der Saft einer Zitrone auf 1–1,5 l stilles Wasser – ist großartig. Zum einen können wir somit regelmäßig unser Blut mit dem so wertvollen Vitamin C anreichern und dies als kraftvolles Antioxidans zu nahezu all unseren (kranken) Zellen schicken und diese schützen, einfach nur indem wir trinken.

Zudem wird die Zitrone im Blut scheinbar basisch verdaut, was unseren entzündeten Zellen guttut, um die herum eher ein saures Milieu herrscht.

Bei den grünen Superfood Shakes setze ich vor allem auf grüne Superfood-Pulver. Weizengras, Gerstengras, Spirulina und Chlorella sind aus dem Grunde fantastisch, da sie eine exorbitant hohe Nährstoffdichte besitzen.

Nahezu alle essenziellen Nahrungsbestandteile, die eine menschliche Zelle braucht, sind von Natur aus in diesen Superfoods verpackt. Es sind Vitamin- und Nährstoffbomben, produziert von Mutter Natur höchstpersönlich – keine synthetischen Einzelpräparate aus einer Fabrik.

Lesetipp

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FIT FOR FUN: Kommen wir zu den geeigneten Lebensmitteln. Wie sieht die Makronährstoffverteilung bei der Diät aus?

Dahlmanns: Grundsätzlich ist die Verteilung in etwa so angedacht, dass man viele Kohlehydrate aus frischem Obst konsumiert, relativ viel Fett aus Avocados, Nüssen oder hochwertigen, kaltgepressten Ölen und sich um Proteine gar nicht allzu viele Sorgen macht.

Erstens befinden sich Eiweiße auch ausreichend in einigen Hautdiät konformen Lebensmitteln, Superfoods und Säften und zweitens bin ich der Meinung, dass man als Nicht-Leistungssportler oder als Mensch ohne Ziel massiv Muskeln aufzubauen, sich keine allzu vielen Gedanken um einen erhöhten Proteinbedarf machen muss.

Wichtiger ist bei der Diät, dass wir unsere Muskeln überhaupt genug bewegen und einen Anreiz zum Wachstum oder Verbleib schaffen.

FIT FOR FUN: Wäre eine Low-Protein-Strategie für Sportler mit Neurodermitis oder Akne, die auf den Muskelerhalt Acht geben müssen, überhaupt sinnvoll?

Dahlmanns: Der Fokus muss erst einmal auf einem gesonderten Trinkverhalten liegen und andere Grundpfeiler der Hautdiät sollten implementiert werden.

Dass man mit einer veganen Ernährung grundsätzlich sehr gut (und teils sogar besser als mit einer tierischen Ernährung) Muskeln und Kraft aufbauen kann, zeigen viele vegane Top Athleten.

Doch alleine durch Essen von Rohkost könnte es tatsächlich schwer werden, gezielt 1,2–2,0 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht zu konsumieren. Jedoch kann man mit rein pflanzlichen Proteinpulvern (ohne Molkebasis), frischen, kaltgepressten Gemüsesäften und seiner Grundnahrung auch einige Mengen Protein zu sich führen.

Außerdem befinden sich immer auch freie Aminosäuren, die Bauteile von Proteinen, in frischem Obst und Gemüse.

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