▷ Intuitives Essen: Das steckt genau dahinter

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Setzt du dir strikte Essenszeiten oder folgst du deinem Bauchgefühl?

Intuitives Essen beschäftigt sich genau mit dieser Fragestellung. Durch ein gesundes, natürliches Essverhalten sollen wir viel schneller unser Wohlfühlgewicht ohne jeglichen Verzicht oder Diäten erreichen.

Wie intuitives Essen funktioniert und wie wir es wirklich schaffen, uns intuitiv zu ernähren, das erklärt uns Ärztin, Coach und Buchautorin des Ratgebers “Wohlfühlgewicht” Mareike Awe.

Was bedeutet „intuitiv essen“?

Um sich auf das Konzept Intuitiv Essen einzulassen, sollten wir alles Erlernte über Diäten und Abnehmmythen vergessen – und quasi bei null starten. Denn eigentlich ist intuitives Essen ganz einfach: „Wir sind als intuitive Esser auf die Welt gekommen, jedoch haben die meisten von uns es leider nur wieder verlernt“, so die Ärztin Mareike Awe.

Weiter sagt sie: „Babys wissen automatisch auf natürliche Weise, wann sie Hunger haben und wann sie satt sind. Erwachsene haben häufig durch äußere Einflüsse und Gewohnheiten verlernt, echte Hungersignale zu erkennen.“

Vor allem Gewohnheiten wie „du musst deinen Teller leer essen“, „es ist 12 Uhr 30 – kommt ihr Mittag essen?“ oder ebenfalls die Routine vor dem Fernseher oder aus Frust zu essen, verleiten uns dazu, unsere wahren Hungersignale erst gar nicht richtig wahrzunehmen.

Intuitiv zu essen bedeutet: erst dann essen, wenn du Hunger hast – und mit dem Essen aufhören, wenn das Sättigungsgefühl eintritt. Ohne Verbote, ohne Verzicht.

Weiterer empfehlenswerter Buchtipp zum Thema intuitives Essen: “Dein Körpernavigator” von Uwe Knop.

Lesetipp

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©Jon Tyson on Unsplash

Das Wichtigste beim Intuitiven Essen: Höre auf dein Bauchgefühl. Das ist am Anfang gar nicht so leicht – da brauchen wir uns nichts vormachen. Vor allem wenn du jahrelang mit Diäten wie Low Carb, Dukan-Diät, ketogene Diät oder Ähnliches gelebt hast.

Plötzlich sind alle Lebensmittel wieder erlaubt. Versuche dich Schritt für Schritt von alten Mustern und Gewohnheiten zu verabschieden und dein Essverhalten zu hinterfragen:

  1. Schritt eins: Höre in dich hinein, ob du aus Hunger essen möchtest oder ob du es aus reiner Gewohnheit tust. Hast du um sieben Uhr morgens schon Hunger oder ist eine spätere Frühstückszeit eigentlich angenehmer für dich? Muss der Schokoriegel nach dem Mittagessen sein oder ist es ein antrainierter Tick? Jedes Mal, wenn man was isst, sollte hinterfragt werden, ob man wirklich Hunger hat.
  2. Was esse ich gerade? Genieße ich langsam meine Mahlzeit oder schlinge ich sie herunter? Lerne dein Essen wertzuschätzen, verzichte darauf, nebenbei zu essen sondern deine Mahlzeit bewusst zu genießen.
  3. Gönne dir, worauf du Lust hast. Sind es Kekse? Dann iss einen. Du hast Jieper auf etwas Salziges – dann iss Salzstangen oder Nüsse. So lange du Punkt 1 und 2 für dich hinterfragt hast, sind diese Lebensmittel vollkommen in Ordnung. Der Clou: Ohne Verzicht werden Schokolade, Chips oder Kuchen ganz schnell langweilig. Es ist reine Kopfsache: Verbote machen Lebensmittel erst wirklich interessant. Das Verbotene hat schon immer einen gewissen Reiz auf uns – daher streiche Verbote aus deinem Kopf.

Bist  du wirklich hungrig? Mit dieser Farbskala kannst du dein Hungergefühl hinterfragen.

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©intueat

Mareike Awe stellt in ihrem „intueat“-Onlineprogramm ein sogenanntes Essspektrum-Armband als Hilfestellung zur Verfügung: „Unsere Teilnehmer lernen mit Hilfe des Armbands, zu jeder Zeit ihren ‚wahren‘ Hunger richtig einzuschätzen. Anhand der Farben lässt sich visualisieren, an welchem Punkt man sich gerade befindet. Im Idealfall sollten sich die Teilnehmer niemals im roten Bereich befinden.“

Der Vorteil des Armbands: „Personen, die durch Diäten und falschen Regeln verunsichert sind, können ihre Körpersignale nur schwer deuten. Durch Das Armband erlernen sie wieder ganz neu, wie sich das ‚echte‘ Hunger- und Sättigungsgefühl anfühlt“, so die Ernährungsmedizinerin.

Die wichtigsten Regeln beim intuitiven Essen

  1. Hallo, Hunger: Iss, wenn du körperlich hungrig bist.
  2. Ohne Verbote: Iss, was dir schmeckt und guttut. Gönne dir den Schokoriegel und iss ihn bewusst und nicht aus Frust oder Stress.
  3. Ohne schlechtes Gewissen: Genieße dein Essen langsam und iss achtsam.
  4. Spüre dein Sättigungsgefühl: Höre bei angenehmer Sättigung auf zu essen. Der Bauch darf nicht wehtun oder spannen.
  5. Selbstliebe und Achtsamkeit: Respektiere und akzeptiere deinen Körper. Sei dankbar, dass dein Körper dich überall hinbringt. Sorge gut für ihn – du brauchst ihn noch dein ganzes Leben.
  6. Bleibe gesund: Die Erhaltung deiner Gesundheit, sollte dein oberstes Ziel sein und nicht das Idealbild, wohin du deinen Körper trimmen möchtest.
  7. Sei aktiv: Durch Bewegung bleiben Körper und Geist vital und gesund.

Lesetipp

„Mit Wohlfühlgewicht meine ich nicht Size Zero oder XXS, sondern gesund schlank zu sein und seinem genetischen Ideal zu entsprechen – und dieses Ideal variiert von Mensch zu Mensch“, betont Mareike Awe. Nicht jeder Körperbau ist drahtig und athletisch.

Frauen haben Kurven – und diese Kurven zu akzeptieren, darauf kommt es an. „Der Körper ist darauf programmiert, gesund zu sein und ein natürliches Gewicht zu haben, welches ihm ermöglicht, alle Funktionen optimal auszuführen.

Dazu gehört auch ein gewisser Anteil an Körperfett. Fett ist für unseren Hormonaushalt besonders wichtig. Allerdings ist ein Übermaß wiederum schädlich und hemmt die optimale Körperfunktion“, erklärt die Ernährungsmedizinerin.

Die innere Einstellung ist dabei entscheidend. Wer sich akzeptiert, der wird auf Dauer sein „Wohlfühlgewicht“ erreichen. Wer diese drei Punkte für sich befolgt, wird merken, dass sich das „Wohlfühlgefühl“ dem genetischem Idealgewicht (BMI-Werte) immer weiter annähert:

  1. Entwickle ein Wohlbefinden zu deinem Körper
  2. Lerne intuitiv zu essen und tue deinem Körper Gutes
  3. Nehme dein Spiegelbild an und liebe dich selbst

Abschießend gibt uns Mareike Awe dies mit auf den Weg: „Selbstliebe und Achtsamkeit sind die Voraussetzungen, nicht nur um abzunehmen, sondern um ebenfalls mehr Lebensqualität und Zufriedenheit in seinem Leben zu erreichen. Und das fühlt sich wahnsinnig schön an.“

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